Julia Venske (*1971 in Berlin) und Gregor Spänle (*1969 in München) absolvierten die Ausbildung zur Bildhauerei an der Berufsfachschule für Steinbearbeitung in Laas (Südtirol) und erhielten anschließend ein Stipendium am Royal Melbourne Institute of Technology in Melbourne (Australien). Seit 1997 sind ihre Arbeiten regelmäßig in internationalen Ausstellungen vertreten, unter anderem in New York, Atlanta, Zürich und Sydney.
Seit nun mehr zwanzig Jahren arbeitet das Künstler-Duo klassisch, bildhauerisch und vornehmlich mit weißem Laaser Marmor. Ihr Werk kreist um die Erforschung der Interaktion zwischen Mensch, Raum und Skulptur. Charakteristisch sind organische Formen und fließende Strukturen, welche an natürliche Phänomene erinnern. Diese Gestaltung verweist sowohl auf Wachstum und Transformation in der Natur, als auch auf Zerstörung und jene Spuren, welches menschliches Eingreifen im ökologischen Gefüge hinterlässt.
Neben dem Naturstein setzen das Künstlerpaar auch Alltagsgegenstände wie etwa Tetrapaks ein, welche als Artefakte des Anthropozäns die Gegenwart dokumentieren. Durch diese Kombination wird eine Brücke zwischen klassischem Material und zeitgenössischen Fragestellungen geschlagen. Die Werke werden so zu Zeugnissen einer Zeit, in der Konsumkultur, Ressourcenverbrauch und ökologische Verantwortung untrennbar miteinander verflochten sind.
Venske & Spänle verbinden handwerkliche Präzision mit konzeptueller Klarheit. Ihre Skulpturen entziehen sich einer rein statischen Betrachtung, sondern greifen in Räume und Wahrnehmung ein und laden ein, vertraute Umgebungen neu zu sehen.
Fotos: @Venske & Spänle