30 Januar 2016 bis 22 Mai 2016

"Luft-Bildhauerei" Wilhelm Koch, Etsdorf

Eine Sonderausstellung mit Arbeiten des Luftmuseumgründers anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Luftmuseums.

 

Wilhelm Kochs künstlerische Passion ist die Luftbildhauerei. Schon während seines Studiums in Würzburg, München und Frankfurt begann er, pneumatische Skulpturen aus Gummischläuchen zu entwickeln. Luft ist unsichtbar, immateriell, aber gleichzeitig einer der Urstoffe des Lebens. Schon im antiken Griechenland
galt das Pneuma als Weltatem.

Kochs Pneu-Objekte sind fast immer großformatig, z.T. auch begehbar und benutzbar. Die Gummischläuche bekam der Künstler oft kostengünstig oder umsonst. Da sie aufgeblasen werden oder ihnen die Luft wieder entzogen werden kann, atmen diese Objekte. Druckausgleich, Luftaustausch. Koch fasst die organische Weichheit des Gummis in harte Metallrahmen und Metallflächen. Geometrisches und Organisches treffen aufeinander, ergänzen und widersprechen sich, kommentieren sich aber auch gegenseitig. Über die Jahre entstanden auch performanceartige Klangaufführungen, architektonische Projekte und Luftmaschinen.

Manche dieser Gestänge-Arrangements mit Gummiknoten, Gummigelenken und Gummilaschen wirken wie Demonstrationsmodelle von Bau- oder Gerüstfirmen, von Heizungs- oder Lüftungssystemen. Erst ihre Dekontextualisierung aus den Sphären des Gebrauchs macht sie zu autonomen ästhetischen Werken. Diese
Dekontextualisierung hat eine dadaistische wie surreale Komponente, die von Duchamp und Magritte über Dali und Max Ernst bis zu Claes Oldenburg und Jasper Johns führt. Auch „arte povera“-Aspekte und die „as found“-Mentalität schwingen da mit. Schönheit und Ästhetik entbergen sich im Gewöhnlichen und Banalen.

Aber ebenso stehen diese Luftskulpturen in der Tradition der Pop Art der Wiener Aktionskünste von Coop Himmelblau und Haus- Rucker Co. sowie der aufblasbaren Kunststoffmöbel jener Zeit.

So ist dieser vitalistische und leicht anarchische Kosmos der pneumatischen Skulpturen von Wilhelm Koch eine Versammlung von Ding-Objekten, denen durchaus auch Ironie und Humor eingeschrieben ist.

Fotos Vernissage: Klaus Kurz
Fotos Ausstellung: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

Foto: Marcus Rebmann

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