07 November 2015 to 24 January 2016

"Von der Nase zur Skulptur", Maria Rucker, München

Sonderausstellung in der gotischen Hauskapelle

Maria Rucker ist eine international tätige Bildhauerin aus München.
In ihrer Arbeit versucht Rucker Vorbilder der Natur oder existierende Objekte in detailgetreuer und oftmals vergrößerter Ansicht abzubilden, sie zu interpretieren und abstrahieren. Der Abstraktionsgrad dieser Umsetzungen ist unterschiedlich, mal sind sie stärker, mal schwächer an ihr Vorbild angelehnt, aber auch weitergedacht oder gänzlich neu erfunden.
Rucker richtet ihren Blick dabei auf die oft überraschende Ästhetik, die sich erst im Nahbereich offenbart und durch die bildhauerische Arbeit deutlich gemacht wird: So wird das Gebiss eines Hais, die Schuppen und Poren von Haut oder auch die Nasen verschiedener Tiere detailliert dargestellt. Ihre Arbeiten spielen mit der Struktur verschiedener Gesteinsarten. Zur fertigen Skulptur schneidet, meißelt, schnitzt, fräst, schleift und poliert die Bildhauerin den Stein, gräbt sich hinein und höhlt ihn aus. Dadurch gelingt es ihr, ein Maximum an Plastizität und Fülle aus dem harten Rohmaterial herauszuholen.
In der Sonderausstellung im Luftmuseum zeigt Rucker ausgewählte Arbeiten zu einem sehr realen und greifbaren Thema: Ihre Skulpturen sind allesamt Nachbildungen von Tiernasen (mit der einen oder anderen Ausnahme). Das zarte, ledrige Riechorgan der Tiere, das unentbehrlich ist für den feinen Instikt der Tiere, in Stein gemeißelt - wie stimmig dieses Zusammenspiel sein kann, zeigt die Künstlerin mit ihren unterschiedlichen Arbeiten im Luftmuseum. Die großen Nüstern des Pferdes, die feuchte Nase des Wolfes, die Schnauze des Lamas - durch die bewusste Wahl des Werkstoffes, seine spezifische Farbe und Maserung sowie die besondere Haptik verleiht Rucker all ihren Werken die Spezifizität, die sie von Natur aus mitbringen. Dadurch gelingt es ihr, den harten Marmor ganz weich und realistisch erscheinen zu lassen.

Fotos Ausstellung: Marcus Rebmann

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